Informationsabend – Private Krisenvorsorge

Die Natur von Krisen und die Gefahr, welche von diesen ausgeht, hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Sie treten häufiger auf und ihre Auswirkungen sind in unserer unmittelbaren Nähe zu spüren. Der tagelange Stromausfall während der Winterzeit in Berlin ist nur ein Beispiel dafür, welche Auswirkungen die Handlungen weniger auf eine gesamte Bevölkerung haben können. Der erste Schritt, um sich auf Krisensituationen jeglicher Art vorzubereiten, besteht darin, sich zu informieren. Als SPD–Ortsverein Schäftlarn möchten wir uns daher bei Dr. Florian Bieberbach bedanken, welcher letzten Montag (06.07.2026) einen sowohl interessanten als auch – trotz der Natur des Themas – unterhaltsamen Vortrag zur privaten Krisenvorsorge hielt. Zudem möchten wir einem aufgeschlossenen und interessierten Publikum unseren Dank dafür aussprechen, dass sie den Vortrag durch einen anschließenden Austausch und Fragen ergänzten.

Zur Person

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Dr. Florian Bieberbach, welcher uns als SPD im Gemeinderat vertritt und entsprechend bei den Krisenplänen der Gemeinde mitwirkt, ist zudem durch seine Mitgliedschaft bei der freiwilligen Feuerwehr in deren Umsetzung involviert. Als Vorsitzender der Stadtwerke München steht er darüber hinaus im ständigen Austausch mit der Landeshauptstadt und entsprechenden Ministerien auf Bundesebene, um Krisen vorzubeugen und Pläne zu deren Bewältigung auszuarbeiten.

Staatliche Vorsorge

Auch die Gemeinde Schäftlarn bereitet sich auf den Ernstfall vor. Neben allgemeinen Notfallplänen zählt dazu vor allem die technische Ausstattung: Für die wichtigsten Einrichtungen der Gemeinde stehen Notstromaggregate bereit, ebenso wurde Vorsorge in Form von Diesel getroffen, um im Krisenfall zumindest übergangsweise die Wasserversorgung und den Betrieb der gemeindlichen Abwasserpumpwerke für rund drei Tage sicherzustellen. Auch die freiwillige Feuerwehr, die im Katastrophenfall eine zentrale Rolle einnimmt, ist entsprechend leistungsfähig aufgestellt und über Funk mit eigener Notstromversorgung erreichbar.

Auf Landkreisebene wird zudem derzeit in den Ausbau von Notunterkünften investiert, die im Bedarfsfall Schutz und Versorgung für Betroffene bieten sollen.

Ein zentraler Baustein der gemeindlichen Krisenvorsorge ist der sogenannte Katastrophenschutzleuchtturm. In Schäftlarn ist dieser an der S-Bahn-Station Hohenschäftlarn angesiedelt. Im Ernstfall dient er als Anlaufstelle, an der Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde vor Ort sind, Notrufe abgesetzt werden können und ein Notstromaggregat zur Verfügung steht, um wichtige Geräte wie Mobiltelefone aufzuladen. Dieses Konzept ist Florians Ansicht nach jedoch noch ausbaufähig, da ein Betrieb des Leuchtturms unter freien Himmel insbesondere während Niedrigtemperaturen zu organisatorischen und praktischen Problemen führen kann. Eine Verlegung des Standorts in die Innenräume eines öffentlichen Gebäudes könnte diesbezüglich Abhilfe schaffen.

Private Vorsorge

Auch jede und jeder Einzelne ist gefragt, sich vorzubereiten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt Vorräte für zehn Tage, mindestens aber für drei Tage sollte man autark zurechtkommen – auch für Angehörige, die im Notfall dazukommen könnten. Zur Information eignen sich Warn-Apps wie NINA oder KATWARN, während Meldungen aus sozialen Netzwerken mit Vorsicht zu genießen sind, da sich dort leicht Falschmeldungen verbreiten. Ein Notstromaggregat mit Benzinvorrat sowie geladene Powerbanks überbrücken die ersten Tage eines Stromausfalls. Wichtig zu wissen: Eine private Photovoltaikanlage hilft dabei in der Regel nicht weiter. Aus Sicherheitsgründen schalten sich die meisten Anlagen bei einem Netzausfall automatisch ab, unabhängig vom Sonnenschein. Nur speziell "blackoutfähige" Anlagen mit entsprechendem Speicher liefern auch im Ernstfall Strom – wer eine PV-Anlage besitzt, sollte sich gezielt danach erkundigen. Im Folgenden finden sie eine Checkliste für die wichtigsten Lebensmittel und Ausrüstungsgegenstände, welche sie vorrätig haben sollten. Sie können – und sollten – diese Liste auf ihre individuelle Lebenslage anpassen.

Lebensmittel & Wasser

  • Trinkwasser (mind. 2 Liter pro Person / Tag für 10 Tage)
  • Konserven (Gemüse, Obst, Fisch, Fleisch)
  • Nudeln, Reis, Müsli, Haferflocken
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen) als Proteinquelle
  • Milchpulver, H-Milch
  • Knäckebrot, Zwieback
  • Babynahrung, Tiernahrung (falls benötigt)
  • Müsliriegel und andere transportable Snacks für den Evakuierungsfall

Ausrüstung

  • Notstromaggregat mit Benzinvorrat
  • Powerbanks (aufgeladen)
  • Kurbel- oder Batterieradio
  • Taschenlampen und Ersatzbatterien
  • Gaskocher oder Gasgrill (nur zur Nutzung im Freien)
  • Brennholz oder geeigneter Gasheizer

Gesundheit & Sonstiges

  • Hausapotheke inkl. persönlicher Medikamente
  • Erste-Hilfe-Set
  • Drogerieartikel (Hygieneprodukte, Windeln, o.ä.)
  • Bargeld in kleinen Scheinen
  • Wichtige Dokumente (Kopien) und ggf. Tresor
  • Spiele oder Lektüre zur Beschäftigung

Vulnerable Personen

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Menschen, die aufgrund von Alter, Krankheit, Behinderung oder Verletzung im Krisenfall besonders schutzbedürftig sind. Neben einem ausreichenden Medikamentenvorrat und funktionsfähigen Hilfsmitteln mit Ersatzbatterien sollten Betroffene mit künstlicher Beatmung oder ähnlichen lebenserhaltenden Geräten dies frühzeitig bei Feuerwehr oder Gemeinde melden. So können sich die Helfer auf die Versorgung jener Personen frühzeitig vorbereiten. Für den Evakuierungsfall empfiehlt sich eine gut sichtbare Karte mit den wichtigsten persönlichen Informationen sowie ein Notfallausweis.

Am Ende hilft die beste Vorbereitung nur, wenn man sie auch einmal ausprobiert hat. Wir möchten daher alle ermutigen, die eigene Notfallausrüstung nicht nur anzuschaffen, sondern auch im Alltag zu testen – etwa indem man einmal überprüft, ob das Kurbelradio funktioniert oder das Notstromaggregat tatsächlich anspringt. Wir bedanken uns nochmals bei Dr. Florian Bieberbach für den lehrreichen Abend und freuen uns darauf, Sie bald wieder bei ähnlichen Veranstaltungen begrüßen zu dürfen.